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Romantischer Folk voller Sehnsucht

Welch ein Musikerlebnis: Es war ein Konzert, dessen Lieder ein Lagerfeuer im Herzen der Zuhörer zu entfachen vermochte. Am späten Sonntagnachmittag gastieren „Attila & Frieds“ auf Einladung der Kulturgemeinschaft Vienenburg im altehrbaren Kaisersaal. Es war ein besonderes Schmankerl – und ein weiteres Highlights in der allerletzten Spielzeit, die der 1.Vorsitzende Gerhard Niessner und sein Team mit sicherer Hand organisieren.

Attila und wer? Mit dem verwegenen Aussehen eines irischen Auswanderers, ein bisschen im Weltenbummler-Look, eroberte der gebürtige Ungar Attila Tapolczai mit seine Mannen, Peter Wachter (Bass) und dem Vienenburger Lokalmatador Hauke Marquard (Geige) die angesagte Bühne.

Den weiblichen Part meisterte Johanna Regenbogen mit der Bratsche. Zieht der Vollblutmusiker und Songwriter aus Budapest bereits seit 2005 mit unterschiedlichen Besetzungen durch die Lande, hatten die Musiker auch am Sonntag ganz viele Storys im musikalischen Reisegepäck. Die ausgedehnten Reisen quer durch Europa bescherte einen bunten Stilmix. So fanden sich neben heiteren Melodien des Bluegrass auch traditionelle Irish-Folk-Songs oder Country-Klänge.

Viele Lieder waren dem Publikum bekannt, so beispielsweise das herzerwärmende „Ride on“. Etliche andere stammten aus der Feder des smarten Ungarn. Die unkomplizierte und dennoch schwungvolle Musik begeisterte die Herzen der Zuschauer.

Dabei kam Attila Tapolczai gerne Musikwünschen nach – auch nach einem ungarischen Lied. „Ich hätte ja nicht gedacht, dass hier heute jemand im Publikum sitzt, der Ungarisch spricht“, flachste er. Englischer Tanz und Gypsy-Klänge folgten. Unterm Strich war es ein wunderbares Konzert, das selbst an einem sonnigen Sonntag deutlich mehr Besucher verdient hätte. Aber Niessner gab eine Erklärung: Die Band gibt zeitnah zwei weitere Konzerte in der nahen Region.

Umso schöner für alle Folk- und „Attila&Friends“ - Fans , die den Weg zu jenem fast beschaulichen Stubenkonzert in den Kaisersaal gefunden hatten. Die stürmische Begeisterung wurde mit einer schwungvollen Zugabe belohnt.

nach Andrea Leifeld "Romantischer Folk voller Sehnsucht", in "Goslarsche Zeitung", 2. Mai 2019 - Fotos: Leifeld