Liebe und Leidenschaft im Kaisersaal

Alexandre Zindel entführt Publikum in bunte Welt der Zithermusik

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Mit dem einzig professionell tourenden Autoharpspieler Alexandre Zindel konnte Gerhard Niessner als 1.Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Vienenburg am späten Sonntagnachmittag einen besonderen Solokünstler im Kaisersaal begrüßen. Alexandre Zindel verfügte nicht nur über eine außergewöhnliche Stimme, der 44 –jährige Diplom-Musiker, Sänger und Komponist hatte mit dem 36-seitigen Folkinstrument auch eine absolute Besonderheit in Kombination mit vielen Liedern und Geschichtchen dabei.

So wurde das Instrument einst vor rund 130 Jahren von Karl August Gütter als sogenannte „Volkszither“ in Sachsen erfunden, gelandet dort aber niemals zu einer großen Popularität. Während das Instrument in Deutschland weitgehend unbekannt blieb, trat es als „Autoharp“ in den USA seinen Siegeszug in der Welt der Folk- und Countrymusik an. Aber auch viele deutsche Volkslieder liegen inzwischen in einer für die Autoharp tauglichen Bearbeitung vor, wie Zindel mit „Die Gedanken sind frei“ seinem Publikum zu Gehör brachte. Durch die Musikwelt vom rauem Jonny-Cash-Country bis zum feinen, französischen Chanson streifend, verdeutlichte er die besondere Vielseitigkeit des ungewöhnlichen Instrumentes, so denn mit der Marlene Dietrich –Interpretation des Edith-Piaf-Hits „La vie en rose“. Über Deutschland, Frankreich und die USA führte die abendliche Künstlerreise schließlich bis nach England. Dort hatte Heinrich VIII. die noch heute weltbekannte Melodie „Greensleeve“ laut einer Erzählung für seine zweite Frau komponieren lassen, wie Alexandre Zindel auch immer wieder kleine Geschichtchen für das begeisterte Publikum parat hielt. Seine zweite Frau ließ Heinrich VIII. bekanntlich enthaupten, sein so herrlich- melancholisches Liebeslied hingegen überlebte alle Musikepochen bis heute… .

Den Abschluss des Kaisersaal-Veranstaltungsreigen 2015 bildet ein Konzert des bekannten Irish-Folk-Duos Peter Kerlin und Jens Kommnick, am Sonntag, 18.Oktober um 17 Uhr. Für die Veranstaltung sind bereits jetzt nur noch wenige Restkarten bei Dagmar Goldack, Telefon (05324) 48 33, erhältlich.

nach Andrea Leifeld, "Liebe und Leidenschaft im Kaisersaal", in: "Goslarsche Zeitung", 30.09. 2015