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Bronsons Mundharmonika per Cello

Ausverkaufter Kaisersaal beim Konzert des "solina-cello-ensembles" mit bekannnten Filmmusiken

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Über „das volle und ausverkaufte Haus“ freute sich Gerhard Niessner, 1. Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Vienenburg, sehr und stellte gern das folgende Programm und die vier Künstler vor. Beliebte Filmmelodien nahezu jeden Genres standen auf dem Programm, das die überaus sympathischen, akademisch ausgebildeten Musiker des „solina-cello-ensembles“ ihren 75 Zuhören kredenzten.

Mit humoriger Moderation und feschen Kostümwechseln belebten Michael Gundlach (Klavier), Katrin Banhierl, Ulrike Müller und Lisa Pokorny (alle Cello) ihre fetzigen Melodien stimmungsbauend.

Das Publikum lauschte gebannt und fasziniert dem Weltuntergang in Armageddon ebenso, wie es Charles Bronsons Mundharmonika suchte, die sich in Lisas Cello verbarg.

Einfach verblüffend, wie echt und klangschön diese oft bekannten Melodien verzauberten.

Ein Hochgenuss waren Bagheera, Balu und Mowgli in der Konferenz unter Dschungelblättern, das die Pizzikati-Celli klangschön und bestens verständlich erleben ließen. Klar, dass „der Frosch“ danach ins Wolfsrudel durfte.

Es waren wiederum die Celli, die Winnetou im weitgreifenden Galopp und stilecht positioniert (sportlich) über die weite Prärie jagten, während Gundlach seine Komposition zu „Wanted“, die neugierig im Dur/Moll-Bereich suchte, eindrucksvoll präsentierte.

Aber auch das James Bond-Medley steigerte die Spannung ebenso, wie der geheimnisvolle Pink-Panther, bei dem alle mitschnipsten, als er auf Samtpfoten durch den Kaisersaal schlich.

Ernsthaft wurde es bei den todgeweihten „Gladiatoren“ oder der traumversunkenen „Amelie in ihrer Welt“.

Doch böse Geister wurden schnell von den „Ghostbustern“ im Ganzkörperkondom verjagt, denn man wollte ja tanzen. „Dirty Dancing“ in kubanischer Rhythmik gefiel mit abschließender Hebefigur einmalig.

In „Star Wars“ tauchte das schnellste Raumschiff aller Äonen glissandierend in fernste Galaxien ab, ein Wahnsinns-Flug in Lichtgeschwindigkeit. Den „Paten“ ließen die Celli schmelzend und patriarchisch erscheinen, während das Piano fordernde Akzente setzte.

Das waren 23 Melodien, die allen viel Freude und Spannung brachten. Die Künstler waren von der Akustik des Saales begeistert, Zuschauer posteten spontan: „Ein großartiges Konzert! So haben wir Filmmusik noch nie gehört. Super! Vielen Dank!“. Dafür gab's dann nach langem, freudigem Applaus eine Zugabe für alle zum Mitmachen.

nach Joachim Dürig: "Bronsons Mundharmonika per Cello", in: "Goslarsche Zeitung" , 01. Juni 2016, S. 20

Foto: Dürich