Rückblick

Musik passt in keine Schublade

Mit einem musikalischen Feuerwerk der Eigenkompositionen begeisterte Cathrin Pfeifer im Kaisersaal im historischen Bahnhof viele Zuhörer.

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In eine musikalische Schublade lässt sich die Musik nicht einordnen. „Jeder kann das aus meiner Musik raushören oder reininterpretieren, was er möchte“, erklärt Pfeifer ihre Lieder, bei denen sie sich von vielen Kulturkreisen beeinflussen und von zahlreichen Geschehen inspirieren ließ. Mal bewusst, mal unbewusst fließen die Erfahrungen und äußeren Eindrücke dann zu einem Stück zusammen.

Zu jedem Lied gibt es einige einleitende Worte und manchmal auch Tipps fürs Leben. „Einmal im Monat richtig weinen befreit. Das muss nicht immer aus Trauer sein“, rät Pfeifer zum ersten Song, der von Tränen und dem Zirkus der Tropfen erzählt.

Der „Ohrwurm am Morgen“ taucht plötzlich auf, nachdem man nach ein oder zwei Gläsern Rotwein nachts auf einer Sommerwiese eingeschlafen ist. Besonders beeindruckt die Künstlerin durch den Einsatz von einem „Echoplex“, mit dem bestimmte Sequenzen aufgenommen und auf Knopfdruck mit dem Fuß in einer Endlosschleife wieder abgespielt werden. Auf diese Weise gelang es Pfeifer nicht nur mehrstimmig zu singen und zu spielen, sondern die Titel auch mit ihrer eigenen Percussion zu untermalen, was im Ergebnis ein beeindruckendes Volumen ergab.

Wann ist ein Mensch am glücklichsten? Dass das Glück auch bei Melancholie empfunden werden kann, belegte die „Moll-Lust“. Die Verarbeitung des Hauptthemas aus ihrer Stummfilmmusik zu „Menschen am Sonntag“ widmete Pfeifer mit „Metropolitan Drive“ ihrer Heimatstadt Berlin.

Wahlweise tanzten die Finger in rasantem Tempo über die Tasten oder streichelten das Instrument mit gefühlvoller Leidenschaft der einzigartigen Spielweise.

„Wissen Sie, wie es ist, wenn man jemandem geduldig zuhört und wenn man selbst etwas sagen möchte, zeigt sein Gegenüber kein Interesse? Meine Musik hilft manchmal, mir Gehör zu verschaffen“, erklärte Pfeifer.

Bereits mit neun Jahren bekam die Berlinerin ihren ersten Akkordeonunterricht. Solokonzerte gab die Musikerin bereits in Brasilien, USA, Italien, Argentinien, Frankreich, Hongkong, Österreich, Marokko, Polen, Finnland, Großbritannien und Madagaskar. Dazu kommen zahlreiche Auftritte mit ihrer Band.

Mehrere Preise und Förderungen bekam Pfeifer, die mit Tanz und Theater auch auf zahlreichen Bühnen zu finden ist. Ebenso betätigte sich das Allround-Talent bei Hörspiel- und Filmmusiken, Lesungen und Talkshows.

In der Pause zwischen den zwei dreiviertelstündigen Konzert-Blöcken verkaufte die Musikerin ihre CDs und Noten.

Organisator des Konzerts war die Kulturgemeinschaft Vienenburg, die am Sonntag, 20. März, mit einem Irish-Folk-Konzert die nächste Veranstaltung im Kaisersaal anbietet. Der irische Songwriter Brendan Murphy präsentiert dann sein neues Album.

s. Susanne Fricke, "Musik passt in keine Schublade", in: "Goslarsche Zeitung", 22. Februar 2011

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