Rückblick

Murphy-Brüder begeistern das Publikum

Brendan und Declan Murphy bieten fast 100 Gästen ein tolles Konzert im Vienenburger Kaisersaal

Der Mann soll eine angekratzte Stimme gehabt haben? Nicht zu glauben, was für ein Konzert Brendan Murphy am Sonntag im Vienenburger Kaisersaal bot. Mit seinem Bruder Declan war er auf Einladung der Kulturgemeinschaft gekommen. Die Stadt am Harly war die dritte Station ihrer Deutschlandtournee. Und dort waren ihre fast 100 Zuhörer total angetan.

Die Murphys machen seit mehr als 20 Jahren Musik. Sie sind die Gründungsmitglieder von „The 4 Of Us“, einer der populärsten irischen Bands. Die beiden kennen Publikums-Kulissen in ganz anderer Größenordnung. Und dann der Kaisersaal? Na, und? Brendan Murphy und sein „kleinerer“ Bruder genossen den Auftritt an genau diesem Ort vor genau diesen Gästen, hatten Spaß.

Mit ihrer Musik, Brendan Murphy stellte seine im Februar erschienene CD „Walk with me“ vor, gaben sie den Spaß weiter. An der Platte hat auch Declan mitgearbeitet. Der, der den lautesten Fuß hat. Das behauptete Brendan zumindest. „Ich kann nicht singen, wenn ich Declans Fuß nicht höre.“ Der stampfte bei jedem Stück, gab den Takt an.

„Irish Folk“ hatten sie mitgebracht. Auf der Kaisersaal-Bühne präsentierten die Murphys ein Stück, das Brendan zusammen mit Lebensfreund Kieran Goss und Sharon Vaughn geschaffen hat: „Why should I be lonely“. Kieran Goss, zu ihm erzählte Brendan gleich mal eine Geschichte: Schule, College und Jura-Studium hätten sie zusammen hinter sich gelassen. Und zusammen hätten sie ihre Eltern enttäuscht. Weil sie eben nicht als Juristen, sondern Musiker geworden seien. Das dürfte sich mittlerweile ja wohl relativiert haben.

Brendan und Declan hatten aber auch ein Stück von John Lennon und Paul McCartney im Tour-Gepäck: „Blackbird“. Und sie machten Stimmung, richtig positive, mit ihrer ganz eigenen Interpretation des jazzigen Fingerschnipp-Songs „Fever“.

Irgendwie war’s, als würden sich Musiker und Gäste schon ewig kennen. Brendan Murphy konnte einfach gut mit dem Publikum. Er sprach gerne mal deutsch und baute gerne mal die Harly-Stadt in den Text ein: „.Blackbird... in this black Vienenburg night.“ Wie charmant.

Sympathisch dann der Dank an „Miss Goldak“ von der Kulturgemeinschaft und an die, die da waren, um zwei „Irish boys“ zu hören. Declan schloss den an Gerd (Niessner) von der Kulturgemeinschaft an und verabschiedete sich von den Zuhörern, die direkt an ihm vorbeigingen, mit Handschlag.

Lang anhaltender Applaus für zwei, die ihre Musik hingebungsvoll präsentierten. Lang anhaltender Applaus für die, die improvisierten: Als während eines Stückes was auch immer mit einem Rums herunter fiel. Sie schnackten ein wenig und setzten neu an. Und lang anhaltender Applaus für Brendan, der trotz angekratzter Stimme ein komplettes Konzert mit Zugaben ablieferte.

s. Angela Potthast, Murphy-Brüder begeistern das Publikum, "Goslarsche Zeitung", 22. März 2011

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