Rückblick

Melancholie mit "Madison Violet“

Zwei Kanadierinnen rocken im Vienenburger Kaisersaal

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Ein Stück Kanada haben die Musikerinnen Brenley Mac-Eachern und Lisa MacIsaac als „Madison Violet“ neben vielen Instrumenten im Gepäck, als sie dem Publikum im ausverkauften Vienenburger Kaisersaal einen „wonderful Sunday afternoon“, einen wunderschönen Sonntagnachmittag, bescheren wollen.

Sie halten, was sie versprechen: Mit ihren vollen, klaren und sehr kräftigen Stimmen bilden sie ein wunderbares Duett und füllen den ganzen Saal mit Klang. Ihre Musik ist eine Mischung aus Folk, Pop und Alternative Country. Stil und Gesang erinnern ein bisschen an die amerikanische Sängerin Melissa Etheridge.

Nach fast jedem Lied wechselt eine der beiden das Instrument, greift kurz hinter sich und bringt mit Akustik- oder Tenorgitarre, Banjo, Mandoline, Geige oder Mundharmonika einen neuen Ton in die Musik. Das Spektrum an Klängen ist sehr breit und bietet den Ohren eine spannende Abwechslung. Die tiefen Töne von Begleitmusiker und Kontrabassist Adrian Lawryshyn runden die Musik ab.

Nicht nur die musikalische Qualität, sondern mindestens genauso die authentische Art von MacEachern und MacIsaac bereiten dem Publikum viel Spaß. Wegen ihres schwierigen kanadischen Akzents versteht das Publikum nicht alle Kommentare und Liedansagen des Duos. „Die sprechen zu schnell“, wird durch die Sitzreihen geflüstert. Dennoch kommt die locker-sympathische Art auch bei denen an, die nicht jedes Wort verstehen.

Als Lisa MacIsaac fragt, wie viele Einwohner Vienenburg habe (schon ihre Aussprache des Ortsnamens bringt das Publikum zum Lachen), antwortet Kulturgemeinschafts-Vorsitzender Gerhard Niessner als erster mit „11 000“. Da bekommt Mac-Isaac große Augen: „That‘s huge“, sagt sie, sie findet es riesig. Als sie von ihrem Heimat-Dorf mit 350 Einwohnern erzählt, wird klar, wie sie das meint. Mit solchen Gesprächen und dem Spaß, den man allen Dreien beim Musizieren ansieht, begeistert die Gruppe das Publikum von Anfang an. Mal laut, mal leise, mal temperamentvoll, mal ruhig – ihr Repertoire bietet Musik aus allen Bereichen. Die schönsten Momente schaffen die Sängerinnen aber mit melancholischen Liedern, wenn der ganze Raum von Melodie und Gefühl erfüllt ist und die Zuhörer anfangen, näher an den Nachbarn zu rücken – Gänsehaut pur.
Bericht nach "Goslarsche Zeitung", 16. März 2010 - Claudia Bollmann

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