Rückblick

Hartmut Kracht Trio - Hommage

Erst das zweite Stück bricht das Eis

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Ein Konzert gab das Hartmut-Kracht-Trio im Kaisersaal. Knapp 20 Besucher kamen am späten Sonntagnachmittag in den alten Bahnhof. Mit den Partnern Stefan Werni (Bass) und Patrick Hengst (Schlagzeug) präsentierte Kracht Jazzmusik aus dem deutschen Bereich.

Dabei legten die Musiker zunächst einen technisch weniger gelungenen Start hin. Nach dem Auftakt mit „Bei Dir war es immer so schön“ von Theo Mackeben erklärte Waltraut Krüger dem Schlagzeuger: „Sie machen alles kaputt. Man hört zu wenig vom Bass und der E-Gitarre“. Dem stimmten auch die restlichen Besucher zu. Der Vorschlag, die Sitzordnung zu ändern, wurde dann aber doch nicht umgesetzt.

Versuchen wir mal, mit dem nächsten Stück das Eis zu brechen“, sagte Kracht. Bei dem vor allem durch Heinz Rühmann bekannt gewordenen "Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen" war das Schlagzeug mit dezent ausgewählten Akzentuierungen dann tatsächlich deutlich angenehmer. „Wir spielen nicht die Originale“, warnte Kracht die Besucher vor „Nur nicht aus Liebe weinen“. Die Harmonien wurden von dem Jazzmusiker selbst bearbeitet, reharmonisiert und verändert – bei einem Stück mehr, beim anderen weniger.

Während einige der Besucher die Augen schlossen und die Musik fußwippend genossen, hatte Krüger die großen Schiebetüren geöffnet, damit der Schall etwas entweichen konnte. „Zu viel Blech, das macht es kaputt“, kommentierte die Seniorin, die sich selbst als Kennerin bezeichnet. Trotzdem seien die Arrangements mit schönen Soli, die im Wechsel gespielt wurden, gut interpretiert. Dennoch vermisse sie das durchgehende Fußwippen im Publikum, so wie sie das aus Berlin kenne.

Der 1957 geborene Kracht studierte in Essen und gab bereits viele Konzerte im In- und Ausland. Dazu füllen Rundfunkproduktionen, CD-Aufnahmen und Festivalauftritte seine Biographie. 1990 bekam Kracht den Förderpreis für Musik der Landeshauptstadt Düsseldorf. Fazit: Manchem Gast gefiel das Konzert, manchem halt nicht, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und es ist schier unmöglich, jedem gerecht zu werden. Hingegen ist es bewundernswert, welches breite Spektrum an Musik und Kultur die Kulturgemeinschaft auf die Beine stellt.

In diesem Jahr stehen noch das Liederjan Trio (25. August), das Jens Kommnick Trio (22. September) und Frank Bode Musik-Kabarett (20. Oktober) im Programm.

nach Susanne Fricke, in: Goslarsche Zeitung, 27. Juni 2013, S. 28 - Foto: Susanne Fricke

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