Rückblick

Tanzmelodien und irische Klagelieder

Trio "Iontach" begeistert im rappelvoll besetzten Kaisersaal in Vienenburg mit abwechslungsreichen Melodien

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Mit 99 Zuhörern war der Kaisersaal zum Konzert des Jens Kommnick Trios „Iontach“ am frühen Sonntagabend rappelvoll. Die Kulturgemeinschaft Vienenburg hatte die Veranstaltung im alten Bahnhof organisiert.

Jens Kommnick unterhielt die Gäste mit Ehefrau Siobhán Kennedy und Angelika Berns mit einem eindrucksvollen Feuerwerk Irischer Musik. Wunderbar aber auch eigenartig sind die Bedeutungen für das irische „Iontach“. Damit ist der Name der Gruppe immer passend, egal, was gespielt wird. Die Lieder erzählten beispielsweise von einer abenteuerlustigen Piratin oder der sagenumwobenen heiligen Bridget und kamen sowohl in irischer, als auch in gälischer oder englischer Sprache daher. An ein Klagelied dem sehr traurigem Hintergrund der blutigen Spuren der Cromwell-Zeit handelte, hängte das Trio als optimistischen Blick in die Zukunft eine Tanzmelodie an.

Ein Lied hätte in der guten alten Zeit als Handbuch für junge Männer zum Finden der Geliebten dienen können. Selbst in sehr leise und sensibel gesungenen Passagen hielten die renommierten Musiker einen Spannungsbogen in der Stimme. Besonders beeindruckte Kennedy mit präzisen, akzentuierten Wechseln durch rasante Tonfolgen, die mit erfrischender Leichtigkeit wie ein Vogelgesang die Lippen verließen. Zusammen mit Berns und Kommnick gab es wundervolle Harmoniegesänge.

Flott ging es mit unterschiedlicher Tanzmusik zu. Einen Querschnitt des umfangreichen Könnens zeigte das Trio auch bei der Wahl der Instrumente, die vom Flügel über Tinwhistle, Bodhrán, Gitarre, Bouzouki, Cello oder Uilleann Pipes (Ellenbogendudelsack) reichten. Die Beiträge wurden jeweils mit viel verdientem Applaus belohnt.
Nun konnten einige Gäste möglicherweise auf die Idee kommen, die Musik auch zu Hause hören zu wollen. „Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir nicht immer Zeit haben, im heimischen Wohnzimmer zu singen“, witzelte Kommnick. Darum standen im Foyer in weiser Voraussicht eine ganze Palette von Tonträgern zum Verkauf.

Auf den Konzertreisen spielte das Trio in ganz Deutschland und im europäischen Ausland. Die CD-Produktion „The Half Gate“ wurde von dem Fachmagazin „Folker!“ mit dem Prädikat „Die Besondere“ ausgezeichnet und zur Folker-CD des Jahres nominiert.

Kennedy stammt dem Nordosten Irlands und steht von Kindesbeinen an mit der traditionellen Musik ihrer Heimat in Kontakt. Sie spielte in der Céilí-Band „Siamsa“, „Lá Lugh“, an der Seite von Gerry O'Connor und Eithne Ní Uallacháin und gewann mehrfach die „All Ireland Championchips“.

Berns wuchs in Oberhausen auf und entdeckte die traditionelle Musik während ihrer Studienzeit in England, wo sie in lokalen Folk Clubs auftrat. Sie war Gründungsmitglied der „Limerick Junction“, mit der sie zwei Schallplatten aufnahm.
Komminck, der ebenfalls mit „Limerick Junction“ und „Friel's Kitchen“ auftrat, wohnt im Landkreis Cuxhaven. Seit über 25 Jahren arrangiert, komponiert und produziert der vielseitige Musiker, der an über 40 CD-Produktionen beteiligt ist.

nach Susanne Fricke, in: Goslarsche Zeitung, 25. September 2013

 

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