Rückblick

Frivole Freude unterm Keuschheitsgürtel

Cathrine „Cat“ Lustig und Dagmar Dreke begeistern im Kaisersaal

Placeholder image

Die „Fifty shades of Grey“ entzücken irgendwo im Kino – aber „Liebe, Lust und Keuschheitsgürtel“ begeisterten am späten Sonntagnachmittag hautnah das ebenso kulturhungrige wie spaßig-beeindruckte Publikum im klassischen Kaisersaal.

Kulturgemeinschaftsvorsitzender Gerhard Niessner und seine rechte Hand Dagmar Goldack hatte wieder einmal ein rechtes Händchen bewiesen, als sie die frivole Sängerin aus Hamburg, Dagmar Dreke, und ihre Klavierbegleitung , „Cat“ Lustig (Cathrine Lustig-Radt) mit ihren schlüpfrigen Chansons auf die Bühne baten.

Und dabei begann das Programm schon mit einer Lüge, wie Dreke nach dem Auftakt-Lied „Sur le pont d´Avignon“ feststellte: Auf dieser legendär-besungenen Brücke sei niemals getanzt worden – aber darunter umso doller, in einem verruchten Vergnügungsviertel.

Burlesque und Humor prägten einst die französische Gesellschaft. Und da blieb das freche Duo zur Freude des Publikums zunächst auch: in den verschlungenen Gassen und Chansons unserer freizügigen französischen Nachbarn.

Im liederlichen Herzen des legendären Pariser Stadtviertel Montmatre des 18.Jahrhunderts kamen „König Dagobert“ und andere Schwerenöter zu Gehör, eben zu jener Zeit, in der es erotische Lyrik und Lieder sicherlich auch im kaiserlichen Deutschland gab, diese aber im „Lande der Dichter und Denker“ stickt aus jeglicher Kultur verbannt wurden. Qui, c´est vrai, beteuerte die charmante Chansonsängerin mehr als einmal.

Und eben jenes „aussortierte“ deutsche Liedergut schaffte es nun mit den zwei fröhlichen Protagonistinnen auf der Vienenburger Bühne: als „Nüsschen aus dem Walde“, als Wunsch des Kaminkehrers, die Esse zu fegen oder auch als männlicher Wolf im Schafspelz, Hand auf Herz, wer aus dem Publikum hätte jemals über die Vorzüge im Paarungsverhalten von Tintenfischen oder Kamelen nachgedacht?

Aber Dagmar Dreke brachte auch dies souverän rüber, ohne dabei ordinär zu werden. Na, darauf einen Dujardin – viele Lacher, viel Applaus und ein gut amüsiertes Publikum! Bravo.

nach Andrea Leifeld: "Frivole Freude unterm Keuschheitsgürtel"", in: "Goslarsche Zeitung", 25. Februar 2015.

Erinnerungen an unsere Gäste

Bitte wählen Sie ...