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"Kino für die Ohren": Zeitreise nach Pepperland
Hörspielprojekt von Matin Bolik im ausverkauften Kaisersaal - Erlös für Jugendprojekte
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Reisen durch die Zeit können verwirrend sein oder auch Verwirrung stiften. Aber sie sind auch ein wahrhaft zeitloses Thema, das schon unzählige Autoren und Filmemacher aufgriffen. So auch Martin Bolik, der als Autor und Produzent, sein fantastisches Zeitreiseschiff Unicorn mit einer Besatzung aus Meistererzählern, die Geschichten aus der Vergangenheit vor dem Vergessen retten wollen, am Sonntagabend im Kaisersaal ablegen ließ.

Es war einmal... oder auch zweimal. So nahm die turbulente Reise schnell ihre wahrhaft flotte Fahrt auf, als Bolik und seine zahllosen Mitstreiter ans Mikro schritten und mit der Hörspiel-Lesung ein wahres „Kino für die Ohren“ zauberten: Eine todbringende Flucht über die Ostsee. Zerrissene Erinnerungen. Angst vor den grauen Schatten. Ein Versteck im Schrank. Alldas bot die „Flucht nach Pepperland“ im ausverkauften Kaisersaal.

„Wir mussten bestimmt 20 Leute abweisen, weil wir im Saal keinen Platz mehr hatten.“ Freute sich Martin Bolik über den unvorhersehbaren, unsäglichen Ansturm am Sonntagabend. Hörspiele gehören gewöhnlich nicht in das Programm der Kulturgemeinschaft Vienenburg. „Wir hatten echt keine Ahnung, ob überhaupt wer kommen würde“, stellte er sein Licht dann aber doch unter den Scheffel. Die Fluchtgeschichte war nämlich keineswegs „nur“ großes Kino für die Ohren, sondern auch eine echte Story, die zu Herzen ging und den Zuhörer an vielen Stellen gefangen nahm. Aktiv eingebunden in Sprechrollen, waren nicht nur berühmte Namen wie Heinz Hönig und Helmut Kraus, sondern auch der Spielmannzug Wiedelah, der im Foyer des Kaisersaals die Handlung musikalische bereicherte. Die Klänge eines Spielmannzugs als „Unicorn-Live-Band“ hatten für die Geschichte der Zeitreise und die Erinnerung des Protagonisten , dem 12-jährige Kire, eine besondere Bedeutung. Ebenso die Klänge einer geheimnisvollen Spieluhr...

Ohne zur verzwickten Geschichte zu viel verraten zu wollen (Besucher der Veranstaltung erhielten eine CD mit der Eintrittskarte) ist das Hörspiel ein gemeinnütziges Jugendprojekt. Finanziert wurde es mit Unterstützung von Vereinen, Unternehmen, Stiftungen und Kommunen.

Um eine geschichtliche Authentizität zu bekommen wurden die Dialoge mit den Kindern an Originalschauplätzen - u.a. im Harz und an der Ostsee aufgenommen. Die Innenaufnahmen wurden zum Teil im NIG Bad Harzburgproduziert, das wie im Hörspiel einst ein Schulheim für Kriegsflüchtlingsmädchen im Zweiten Weltkrieg war, erklärte Bolik.

Das Hörspiel ist in einer Harz-Sonderedition als CD im Handel und online erhältlich. Der Eintritt und möglichen Spende kommen regionalen Jugendprojekten zugute.

s. Andrea Leifeld: "Kino für die Ohren", in: "Goslarsche Zeitung", 20. Februar 2019.